Wasser ein Grundrecht für alle?

Für Menschen in Deutschland ist Wasser nahezu eine Selbstverständlichkeit. Sauberes Trinkwasser fließt literweise aus dem Hahn, die Regale im Supermarkt stehen voll und umfassen nebenbei ein breites Angebot an stillem oder mit Kohlensäure versetztem Mineralwasser. Ebenfalls ist zur Hygiene immer ausreichend Wasser vorhanden. Ein Mangel lässt sich hier nicht vorfinden, doch das ist nicht auf allen Erdteilen der Welt der Fall.

Ist Wasser ein Grundrecht für alle?

Auf politischer Ebene stellt Wasser ein Grundrecht für alle dar. Wasser gehört zu den Grundbedürfnissen, die jedem Mensch zugänglich gemacht werden sollen. Auch in der Entwicklungspolitik ist Wasser ein wichtiges Thema, wenn es darum geht, auch Menschen in Entwicklungsländern ein menschenwürdiges Leben zu bieten. Die Forderung, dass Wasser ein Grundrecht für alle sein soll, wird in der Praxis nicht immer erfüllt. In Entwicklungsländern, besonders in den ärmeren Regionen Afrikas und Asiens ist Wasser oft knapp bemessen. Und selbst wenn Wasser vorhanden ist, so ist dieses häufig verschmutzt und somit nicht als Trinkwasser genießbar, gar gesundheitsschädigend. Auch gibt es Teile der Welt, die kein eigenes Trinkwasser besitzen, sondern von Importen aus anderen Regionen leben, so beispielsweise die kanarische Insel Lanzarote. Und auch wenn die Menschen hier ein wohlhabenderes Leben als jene in Afrika führen, so hätten sie ohne die Globalisierung schlechte Karten. Während in einigen Teilen der Welt also ein Überfluss an sauberem Trinkwasser herrscht, müssen andere Teile der Welt mit dem Nötigsten an der kostbaren und lebensnotwendigen Flüssigkeit auskommen. Man kann also nur behaupten, dass Wasser theoretisch ein Grundrecht für alle ist. Die Praxis aber zeigt, dass nicht jeder Mensch von seinem Recht Gebrauch machen kann, wenn eben kein Wasser vorhanden ist.

Wie kann die Theorie zur Praxis werden?

Wasser als Grundrecht für alle in die Praxis umzusetzen, ist von enormer Bedeutung, damit Menschen nicht länger an Hunger, Durst und Hygienemangel leiden müssen, sondern die Grundbedürfnisse weitgehend gedeckt sind. Doch wie kann eine weltweit ausreichende Versorgung mit Wasser funktionieren? Die Souveränität der Staaten kann hier nichts ausrichten. Für die weltweite Versorgung mit dem Grundrecht Wasser, bedarf es einer durchdachten, ausgereiften und zukunftsstrategischen Umwelt- und Entwicklungspolitik. Entwicklung allein kann in wasserarmen Regionen der Welt nur in Kombination mit der Beachtung der natürlichen Gegebenheiten eines Landes stattfinden, denn Entwicklung bedeutet auch Nachhaltigkeit, damit die Versorgung aller Menschen mit Wasser auch in Zukunft gewährleistet werden kann. Mit Hilfe nachhaltiger Strategien stellt man jedenfalls sicher, dass ein Land in der Lage ist, sich selbst zu entwickeln und nach einem gewissen Zeitraum ohne Subventionen auskommen kann, weil es gelernt hat, so zu wirtschaften, dass immer genug für alle da ist. Kein Land sollte, wenn es um die Grundbedürfnisse wie Wasser geht, langfristig auf fremde Hilfe angewiesen sein. Die Politik muss bei Sicherung der Grundbedürfnisse und der Grundrechte auch das erreichen, was am wichtigsten ist: ein Land in die Lage zu versetzen, sich selbst zu versorgen. Man muss Hilfe zur Selbsthilfe leisten, damit jedem Mensch auf der Welt ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht.

Image: Paul Joseph – Fotolia

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